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Frauen

Die Problem- oder Fragestellungen, denen Frauen - auch Migrantinnen -  in der Schweiz begegnen, sind eng mit ihrer jeweiligen persönlichen Situation verbunden. Ausbildung, Berufstätigkeit, familiäres Umfeld, finanzielle Lage, Mutterschaft sind entscheidende Faktoren.

Frauen verfügen heute in der Schweiz grundsätzlich über die gleichen Rechte wie Männer. Dennoch bleiben sie in allen gesellschaftlichen Bereichen untervertreten, verdienen im Durchschnitt deutlich weniger als ihre männlichen Kollegen und verrichten das Gros der Familienarbeit. Migrantinnen sind zudem häufig mehrfach diskrimiert: als Frauen und als Ausländerinnen.

Obwohl die Gleichstellungsbemühungen in der Schweiz in den letzten Jahrzehnten nur langsam vorangekommen sind, kann sich das Erreichte durchaus sehen lassen.

  • Die Gleichstellungsansätze im Kindsrecht, im Ehegesetz oder im Scheidungsrecht zielen auf ein partnerschaftliches Verhältnis von Frau und Mann ab.
  • Die Errungenschaften im Bereich Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Mutterschaftsversicherung, Gleichstellung am Arbeitsplatz  oder AHV haben die wirtschaftliche Stärkung der Frauen und Mütter im Visier.
  • Die Massnahmen und Gesetze gegen häusliche Gewalt und zum Schutz vor sexuellen Übergriffen schützen die körperliche und seelische Integrität der Frauen und fördern ihr Selbstbestimmungsrecht.

In den letzten Jahren hat in der Schweiz aber auch der Schutz von Frauen mit Migrationshintergrund Fortschritte gemacht:

  • Seit Oktober 2012 wird Menschenhandel  in der Schweiz mit einem nationalen Aktionsprogramm gezielt bekämpft. Der verbesserte Schutz der Opfer  und der ZeugInnen kommt vor allem Zwangsmigrantinnen, die im Sexgeschäft versklavt werden, zu Gute.
  • Im Sommer 2012 verabschiedete das Schweizer Parlament das Bundesgesetz  über Massnahmen gegen Zwangsheiraten.
  • Seit Juli 2012 gibt es im Schweizer Strafgesetzbuch auch einen expliziten Artikel gegen die Genitalverstümmelung (Art. 124).
  • Mit dem im Sommer 2012 vom Parlament verabschiedeten Bundesgesetz  über Massnahmen gegen Zwangsheiraten  werden in der Schweiz künftig Eheschliessungen unter 18 Jahren auch bei Ausländerinnen und Ausländern nicht mehr anerkannt, selbst wenn diese den Gesetzen des Heimatstaates entsprechen. Dies betrifft auch die im Ausland geschlossenen Ehen mit Unmündigen.

Wichtig ist, dass alle in der Schweiz lebenden Frauen das Erreichte für sich nutzen und einfordern und mithelfen, die Gleichstellung zwischen Mann und Frau voranzutreiben.

Zum Thema: Frauenberatungsstellen, Berufsleben, Gleichstellung, Gewalt gegen Frauen, Frauenorganisationen, Zwangsheirat, Frauenhandel, In Krisensituationen handeln, Genitalverstümmelung, Opferhilfe

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